Konzept-Fotografie aus Polen

Eröffnung: 9. September 2011, ab 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 10.September - 1 Oktober 2011
Am 9. September 2011 wird im Berliner Freies Museum die Ausstellung Konzept-Fotografie aus Polen eröffnet, auf der Arbeiten von mehr als 40 bedeutenden polnischen Foto-Künstlern aus den sechziger und siebziger Jahren des 20.Jahrhunderts präsentiert werden. Die ausgestellten Werke dokumentieren die
Strömung der konzeptuellen Fotografie. Es ist die erste so umfassende Ausstellung der polnischen Fotografie im Ausland nach 1989.
Der Konzeptualismus ist eine Kunstrichtung, für die der Schaffensprozess am wichtigsten war und in der Konzept und Idee den künstlerischen Gegenstand dominierten. Die Künstler verwarfen den Vorrang des Gegenstandes vor der Idee und betonten zugleich den intellektuellen Charakter des künstlerischen Schaffens. Die Ausstellung will dieses experimentelle Feld der Fotokunst dem deutschen Publikum näherbringen. Sie ist eine von vielen Kollektiv-Ausstellungen, die dieser Richtung seit 1989 gewidmet waren und zugleich der Versuch, sie der puren
historischen Rückschau zu entheben.
Die Ausstellung POLNISCHE KONZEPT-FOTOGRAFIE ist die erste so umfangreiche Präsentation polnischer Konzept-Künstler im Ausland.
Einige der gezeigten Werke gehören heute bereits zum globalen Kanon der Fotografie, ihre Autoren erlangten weltweite Anerkennung wie z.B. Roman Opa³ka, Józef Robakowski, Eustachy Kossakowski, dessen Arbeiten sich in der Sammlung des berühmten Museum Nicéphore Niépce befinden, Ryszard Waœko und Natalia LL.
Andere Künstler gerieten in Vergessenheit.
Auf der Berliner Ausstellung im Freien Museum ist sowohl der kürzlich verstorbene Roman Opa³ka wie Eustachy Kossakowski vertreten, aber auch Mitglieder der legendären Gruppe Warsztat Formy Filmowej (Werkstatt der Filmkunst), die 1970 von Absolventen und Studenten der Filmhochschule in Lodz gegründet wurde sowie vollends vergessene Fotografen, deren Werke eine Erinnerung verdienen.
Obwohl es vor allem Absicht der Ausstellung ist, ein breites Spektrum der Konzept-Fotografie aus Polen zu zeigen und diese frappante wenngleich schwierige Strömung von vor vierzig Jahren dem heutigen Rezipienten näherzubringen, ist dies keine strikt historische Ausstellung. Die Fragen, die sich die Künstler damals stellten, sind auch heute noch aktuell. "Obwohl wir auf der Ausstellungen Arbeiten aus den 60er und 70er Jahren zeigen, bleiben die Fragen nach Wesen und Rolle der Fotografie offen. Insbesondere heute, wo wir in immer stärkerem Masse von fotografischen Bildern umzingelt sind, ohne uns immer dessen bewusst zu sein, wie stark sie uns und auf die Wahrnehmung unserer Umwelt beeinflussen. Schon vor 40 Jahren
haben die Kunstler versucht, diese Fragen zu beantworten.“ - kommentiert Marika KuŸmicz, die Kuratorin aus Warschau.- "Wir gaben uns daran gewöhnt, den Fotos Glauben zu schenken, wir glauben an das, was wir sehen, obwohl wir uns theoretisch
darüber im klaren sind, dass das fotografische Bild über ein immenses Manipulationspotential verfügt. Die Ausstellung ist auch der Versuch, eine Antwort auf die Frage zu finden, was bewirkt, dass wir der Fotografie vertrauen."
Die Ausstellung POLNISCHE KONZEPT-FOTOGRAFIE wendet sich an Kunst-liebhaber und Kenner der historischen Fotografie. Für ein breiteres Publikum, für Menschen, die in einer Welt der Bilder - "Kultur" leben, kann die Begegnung mit bedeutenden Werken neue Einblicke vermitteln und zur Reflexion über die Rolle der
Fotografie in unserem Leben herausfordern.
Die Künstler, deren Werke in der Berliner Ausstellung präsentiert werden:
Janusz Bakowski, Kazimierz Bendkowski, Wojciech Bruszewski, Zbigniew Dlubak, Andrzej Dluzniewski, Henryk Gajewski, Zdzislaw Jurkiewicz, Andrzej Jórczak, Andrzej Lachowicz, Jerzy Lewczyñski, Natalia LL, Tomasz Konart, Marek Konieczny, Eustachy Kossakowski, Jaroslaw Kozlowski, Anna Kutera, Romuald Kutera, Pawe Kwiek, Brygida Wróbel-Kulik, Ireneusz Ir Kulik, Jolanta Marcolla, Antoni Mikolajczyk, Jerzy Olek, Roman Opalka, Ewa Partum, Andrzej Paruzel, Ireneusz Pierzgalski, Jadwiga Przybylak, Józef Robakowski, Andrzej Rózycki, Leszek Szurkowski, Jan Swidziñski, Zygmunt Targowski, Zbigniew Warpechowski, Ryszard Wasko, Piotr Weychert, Krzysztof Wojciechowski.
Kuratorin Marika Kucmicz
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