
One&One
Ausstellung // 17. April – 6. Mai 2011
Mit Ryszard Wasko, Ann Noël und Maria Wasko zum International Artist Museum begleitet von Filmbeiträgen aus Maria Waskos Dokumentationen.
Zeit vergeht. Realität wird zur Erinnerung, die langsam verblaßt, vage wird und schließlich ganz verschwindet. Die erste gemeinsame Ausstellung One & One von Ann Noël und Ryszard Wasko entführt in die Welt der Erinnerung und versucht ihr Wesen zu ergründen.
Den Arbeiten von Noël und Wasko ist jeweils eine eigene Ausstellungsetage gewidmet.
Im Hochparterre des Museums sind über 100 Seiten aus Ann Noels Tagebüchern von 1962 - 2006 zu finden, die ergänzt um Zeichnungen, Kommentare und Fotografien das Leben der Künstlerin faktisch nachzeichnen. Diese Tagebücher sind gleichzeitig ein Zeugnis und Begleiter der zahlreichen Fluxus Happenings, an denen Noël beteiligt war. Da sehr persönlich und im Ursprung nicht für die Öffentlichkeit gedacht, werden im Freien Museum Berlin nur ausgewählte Originale gezeigt.
Die zweite in dieser Ausstellung zu sehende und im Zusammenhang mit ihren Tagebüchern stehende Textarbeit CONFLUX II beschreibt ihre nachempfundenen Erinnerungen der Jahre 1989 bis 2006. Prägnant sind die jeweiligen Aktivitäten hier auf mehreren Texttafeln nach Jahreszahlen, Veranstaltungsorten und Events geordnet und mit verschiedenen Farben unterlegt. Der Titel CONFLUX verweist auf den Einfluss der Gezeiten. Auf Noëls Biografie übertragen bezieht er sich auf ihre enge Beziehung und Zusammenarbeit mit den Künstlern der FLUXUS – Gruppe und mit Waskos International Artists Museum während der Construction in Process Projekte in den 1990ern.
Ryszard Waskos erzählt in seiner Ausstellung “Portrait of a Family in Time” über die Wege der menschlichen Erinnerung. Im Gegensatz zu Noëls Arbeiten sind die von Wasko entworfenen Figuren und Ereignisse fiktiv. Da unser Gedächtnis nicht in der Lage ist ein exaktes Abbild vergangener Ereignisse zu zeichnen, sind Waskos Figuren aus Fotografien von anonymen Familienalben bis zur Unkenntlichkeit übermalt. Ihre Silhouetten sind in ihrer Größe verändert, um Details erweitert, wieder und wieder kopiert und reduziert bis die Charaktere im Nichts verschwinden. Er konstruiert so das Portrait einer Familie aus codierten Informationsfetzen und zu dechiffrierenden Zeichen. Diese verbalisiert er als eigene Erinnerungen, deren imaginäre Realität er in Geschichten neben die Fotografien stellt.